Ein unglaublicher Schub nach vorne

 

objectflor-Geschäftsführer Stephan Wolff sieht viel Potential für die Bodenbelagsbranche, digital noch erfolgreicher zu werden. Im Interview spricht er über Herausforderungen und neue Ideen, aber auch über Grenzen von Online-Angeboten.

Herr Wolff, das Thema Digitalisierung ist in aller Munde. Wie kann sich eine Branche wie die Bodenbelagsbranche digitalisieren?

Die Digitalisierung ist für unsere Branche kein Neuland, wir haben schon einige Schritte gemacht in den letzten Jahren. Vor allem, wenn es darum geht, Informationen 24/7 verfügbar zu machen: Kollektionen stehen online, sind einfach durchsuchbar und auch weiterführendes Infomaterial ist zugänglich. Das erleichtert Beratungsgespräche und Planungen, die zum Beispiel vor Ort stattfinden. Auch die Online-Musterbestellung ist einfacher als früher.
Wir haben schon vor der Corona-Pandemie gesehen, dass Online-Beratungen sinnvoll sein können und gewünscht werden.
Jetzt erhält die Digitalisierung einen unglaublichen Schub nach vorne, denn wir stehen vor ganz neuen Fragen: Wie können Planungen trotz Reisebeschränkungen oder Lockdowns stattfinden? Wie stellen wir unseren Partnern und Kunden Informationen und Unterlagen so zur Verfügung, dass sie mit ihren Bedürfnissen wirklich abgeholt werden? Und wie können wir alles so bündeln, dass der Aufwand überschaubar bleibt? Nach den Erfahrungen der letzten Monate bin ich davon überzeugt, dass unsere Branche mit neuen digitalen Formaten noch erfolgreicher werden kann.

Welches sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen dieser Verschiebung von Offline zu Online?

Wir müssen unseren ganzen Fokus darauf richten im Austausch zu bleiben und Kommunikation zu leben, auch wenn die gewohnten Treffen nicht stattfinden. Das ist in meinen Augen die größte Herausforderung. Ganz wichtig ist auch die Informationsvermittlung. Es darf keine Wissenschaft sein, Informationen zu finden: Mit wenigen Klicks muss alles gut strukturiert verfügbar sein. Und wir sollten jetzt sehr aufmerksam verfolgen, was online gut geht, vielleicht besser, als wir es uns noch vor einem Jahr vorgestellt haben.

Was hat sich bei objectflor in den letzten Monaten in Sachen Digitalisierung getan?

Wir bei objectflor profitieren davon, dass wir schon vor Corona an einer stärkeren digitalen Ausrichtung gearbeitet haben. Ich meine jetzt nicht die schon länger bekannten und bewährten Angebote, wie die Online-Bereitstellung aller Informationen und die Musterbestellung, die seit vielen Jahren mit wenigen Klicks von unserer Homepage aus möglich ist.
Vielmehr setzen wir mit unseren Kollektionen EXPONA COMMERCIAL und EXPONA SIMPLAY nach dem Relaunch im Januar 2021 auf interessante neue digitale Formate: In den Kollektionsbüchern sind alle Dekore mit einem QR-Code versehen, der sofort zu mehr Informationen und Bildmaterial sowie dem Musterversand führt. Das ist überzeugend einfach und übersichtlich. Außerdem bieten wir mit Live! MeinRaum ein neues Visualisierungs-Tool an. Damit können Sie in jeden von Ihnen fotografierten Raum sämtliche EXPONA Bodenbeläge legen. Und auch zu diesem sehr nützlichen Tool kommt man direkt über den QR-Code. Außerdem setzen wir mehr Videos ein, denn mit bewegten Bildern lässt sich vieles anschaulich erklären und bleibt lebendiger in der Erinnerung. Deshalb stellen wir alle Kollektionen mit einem eigenen Videofilm vor. Den Anfang machen natürlich die neue EXPONA COMMERCIAL und EXPONA SIMPLAY.

Wie stehen Sie persönlich zum Thema Digitalisierung?

Ich bin davon begeistert, wenn wir unseren guten Service durch digitale Angebote weiter verbessern können. Das werden wir vorantreiben. Natürlich gehört zu gutem Service aber auch der Faktor Mensch, also der persönliche Kontakt mit tatsächlichen Treffen, nicht nur virtuellen Kontakten. Das kommt aktuell zu kurz und es zeigt uns, dass wir das beste aus den beiden Welten – also online und offline – verbinden müssen. Persönliche Gespräche und Termine erlauben es uns, vom Protokoll abzuweichen und Dinge zu besprechen, deren Wirkungsgrad vielleicht gar nicht auf dem Schirm hatte. Wie oft sind dadurch schon hervorragende Ideen und Projekte entstanden!
Auf der anderen Seite haben wir jetzt verstanden, dass viele Routinen vom eigenen Schreibtisch aus erledigt werden können. Dank der nun erprobten Kommunikationswege ist die Welt mit Sicherheit näher zueinander gewachsen.

Und wie geht es jetzt weiter bei der Digitalisierung der Branche, Herr Wolff?

Vieles ist im Moment im Umbruch, und wir werden mit Sicherheit noch spannende, neue Entwicklungen und Wege sehen. Gemeinsam werden wir noch digitaler werden, das steht fest. Dennoch: wir verkaufen ein Produkt, das durch Aussehen und Haptik geprägt ist. Visualisierungen, um Aussehen und Wirkung darzustellen, sind in vielfältiger und innovativer Form möglich. Das geht digital immer besser. Die Haptik „verstehen“ Kunden aber erst, wenn sie den Boden angefasst haben. Diesen Mix müssen wir hinbekommen.

 

Vielen Dank für das Gespräch.

 

 

Letztes Update: 01.12.21

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